Zusammenstehen im Exil

Zeitzeugengespräch: Alt-OB Werner Ludwig spricht über "SPD im Dritten Reich"

"Nazis und Kommunisten haben meinen Vater niedergeschrien", erinnerte sich Dr. Werner Ludwig an eine Parlamentssitzung wenige Monate vor Hitlers Machtergreifung 1933. Als kleiner Bub von sechs Jahren sei er dann auf den Tisch gesprungen, habe die Glocke geläutet und für Ruhe gesorgt und nur noch verdutzte Gesichter gesehen. Das, so der langjährige Oberbürgermeister, sei mit die letzte Gelegenheit gewesen, bei der ein Sozialdemokrat sich noch habe durchsetzen können. Wenig später sei es dann ernst geworden, lebensbedrohlich für seinen Vater und tödlich für viele andere aufrechte Demokraten.

Als Zeitzeuge sprach Ludwig vor zahlreichen Zuhörern zum Thema "Die SPD im Dritten Reich", eine Veranstaltung zur Reihe "150 Jahre deutsche Sozialdemokratie". Seine persönlichen Erfahrungen machten die Zeit um 1933 und danach anschaulich. Im Nebenzimmer des Eisenbahner-Sportvereins war teilweise kaum ein Mucks zu hören.

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