SPD will Kümmerer-Partei sein

Pressemitteilung

Großer Rückhalt für David Guthier: Mit 98,5 Prozent der Stimmen ist der 29-Jährige am Freitagabend im Oppauer Bürgerhaus zum Spitzenkandidaten der Ludwigshafener SPD für die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 gewählt worden. Dann wollen die Genossen wieder stärkste Fraktion im Stadtrat werden.

Es ist kurz nach 23 Uhr am Freitag, als David Guthier seine Parteifreunde noch einmal motiviert. „Lasst uns ab jetzt kämpfen, dass wir Ende Mai gemeinsam feiern können“, lautet sein Schluss-Appell nach einem vierstündigen Wahlmarathon. Die Genossen setzen in rhythmisches Klatschen ein und machen sich Mut für die kommenden Monate.Die Liste sei ein „überzeugendes Personalangebot“, betont Guthier. Die 60 Kandidaten „repräsentieren die Vielfalt der Ludwigshafener Gesellschaft“, sagt der Chef des 1265 Mitglieder starken Stadtverbands. Man habe „hitzig diskutiert“. Doch am Ende stehe ein gemeinsamer Vorschlag. „Nach der Diskussion haben wir zusammen ein Bier getrunken. Das zeichnet unseren Zusammenhalt aus“, meint Guthier.

Bei der Versammlung im Oppauer Bürgerhaus gibt es in der Tat für keinen Listenplatz einen Gegenkandidaten. Zudem sind alle Bewerber mit großen Mehrheiten von den 65 Delegierten akzeptiert worden. Man habe eine „gute Mischung aus Erfahrenen und jungen Gesichtern“, so Guthier. Nicht mehr mit dabei sind führende Köpfe wie Heike Scharfenberger, Hans Mindl oder Udo Scheuermann. Klares Ziel sei, wieder stärkste Fraktion im Stadtrat zu werden. Derzeit stellt die SPD 21 der 60 Mandate. Abgesprochen ist, dass Guthier nach der Wahl auch den Fraktionsvorsitz übernimmt.

Guthier will die SPD zur „Kümmerer-Partei von Ludwigshafen“ machen. Die Partei müsse auch „kleine Themen“ anpacken. „Wir setzen auf den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft“, sagt Guthier und erteilt Rechtspopulisten eine klare Absage: „Sie haben für kein einziges Problem eine Lösung anzubieten.“

Ein Schwerpunkt der kommenden Jahre sei die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Ohne uns geht das nicht. Die CDU sträubt sich, die Grünen möchten keine Flächen versiegeln“, sagt Guthier. Die Herausforderungen bei den Hochstraßenprojekten müssten für eine Verkehrswende mit mehr Radwegen und einem gestärkten öffentlichen Nahverkehr genutzt werden. „Wir möchten auch das Sozialticket verbessern“, so der 29-Jährige.

Beim Thema Sicherheit gehe es um die Beseitigung von „baulichen Angsträumen“, denn für Bürger zähle „das subjektive Empfinden, keine Statistiken“. Auch Schulen seien ein Top-Thema. Guthier beklagt den Sanierungsstau und sieht die Schuld dafür beim von Klaus Dillinger (CDU) geführten Baudezernat. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Stadtentwicklung. Es gehe um die Innenstadt mit dem Wandel zu mehr Dienstleistungen, Gastronomie, studentischem Leben und Aufenthaltsqualität. „Aber lebenswerte Stadtteile sind uns genauso wichtig.“ Angst vorm Bundestrend hat Guthier nicht: „Die Menschen unterscheiden zwischen den Ebenen.“

Die Genossen reagieren auf die Rede mit viel Applaus. Bei der Wahl votieren 64 Delegierte für Guthier, eine Stimme ist ungültig. Dieser große Rückhalt löst einen Jubelsturm im Saal aus. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (56) appelliert per Videobotschaft von einer China-Dienstreise an die Mitglieder, „den gleichen Einsatz zu zeigen wie im OB-Wahlkampf“. Sie brauche eine starke SPD im Stadtrat, „um mein Arbeitsprogramm umsetzen zu können“. Der frühere Landtagsabgeordnete Günther Ramsauer betont: „Ich bin stolz auf unsere Ludwigshafener SPD. Wir sind eine moderne und junge Partei.“ Frank Meier aus Oppau dankt „allen Älteren, die Platz für Jüngere gemacht haben. Viele reden von Veränderungen, wir machen es einfach“.

(Rheinpfalz vom 29.10.2018)