„Der zweite Weltkrieg vor unserer Haustür“ – Bildungsfahrt der Jusos Ludwigshafen

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Unter dem Titel „Der zweite Weltkrieg vor unserer Haustür“ fand am 29. Und 30. Oktober 2011 die Bildungsfahrt der Jusos Ludwigshafen statt. Erste Station war das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. Neben dem Besuch des Centre Europeén du Résistant Déporté, das an die Geschichte der während des zweiten Weltkrieges deportierten WiderstandskämpferInnen erinnert, stand den TeilnehmerInnen der Fahrt auch eine Besichtigung des ehemaligen Lagergeländes einschließlich Krematorium, Gefängnis und nahegelegener Gaskammer offen. Im Rahmen einer Ausstellung in einer der ehemaligen Lagerbaracken wird die Entstehungsgeschichte des Lagers und dessen Entwicklung im Laufe des zweiten Weltkrieges verdeutlicht. Bilder, Dokumente, Zeichnungen und Originalgegenstände geben Einblicke in das tägliche Leben der Deportierten, bei dem Terror und Leid ständige Begleiter waren. In besonderer Erinnerung verbleiben zudem sicherlich das Gefängnis, das Krematorium, die Gaskammer und die Arbeitsräume der Mediziner, die für menschenunwürdige medizinische Experimente genutzt wurden.

Nach einem fast dreistündigen Aufenthalt auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers, folgte dann der Weg zur Jugendherberge in Straßburg. In einer kurzen Gesprächsrunde wurde den TeilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben, den Besuch des Lagers, der für viele der erste Besuch in einem ehemaligen Konzentrationslager dargestellt hatte, Revue passieren zu lassen. Anschließend gab es noch einen Vortrag von einer der Teilnehmerinnen zum Thema „Résistance“. Neben einer kurzen Einführung in Organisation und Operationen lag der Schwerpunkt hier vor allem auf dem Engagement von Frauen in der französischen Widerstandsbewegung. Zum vergleichsweise lockeren Ausklang des Abends wurde dann nach dem Abendessen der Film „Zug des Lebens“ gezeigt.
Sonntags wurde die Fahrt dann in Richtung Bitche fortgesetzt. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Simserhof, einem der größten Artilleriewerke der Maginot-Linie. Einen beeindruckenden Einstieg in den Besuch der Anlage stellte eine Führung durch den unterirdischen Kasernenbereich dar. Der detailgetreue Nachbau von Küchen- und Schlafräumen, Gemeinschaftssälen, Lazarett, Kraftwerk und Luftaufbereitungsanlage ermöglicht dabei einen guten Eindruck von den besonderen Lebensumständen, die rund 30 Meter unter der Erdoberfläche geherrscht hatten. Ein Kurzfilm zeigt die Entstehung der Maginot-Linie und gibt Aufschluss über die Gründe, die zur Errichtung dieser Verteidigungslinie geführt hatten. Den Abschluss der Besichtigung bildet eine Tour durch den Stollen auf automatischen Fahrzeugen. Hier wird, unterstützt durch audiovisuelle Medien, die Situation während der Kriegstage aus Sicht eines stationierten Soldaten beschrieben.
Abschließend bleibt zu sagen, dass von dieser Fahrt sicherlich jeder der TeilnehmerInnen etwas mitnehmen konnte, seien es Informationen, die zuvor noch nicht so präsent gewesen waren oder Eindrücke, die nicht so schnell in Vergessenheit geraten werden.

 

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