Ministerpräsidentin im Pfalzbau zu Gast / Zuschuss für Erneuerung der Hochstraße Nord zugesichert

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Dreyer verspricht Geld für Stadtstraße

Drei Monate nach ihrem Triumph ist Malu Dreyer in den Pfalzbau zurückgekehrt. Am 14. November war die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin beim Parteitag mit 99,5 Prozent zur SPD-Spitzenkandidatin gewählt worden. Am Samstag kam Dreyer wieder, warb für ihre Wiederwahl und unterstützte die Ludwigshafener Kandidatinnen Anke Simon und Heike Scharfenberger.

Als die Landesmutter um 18.05 Uhr im roten Blazer ans Mikrofon trat, waren nicht alle Stühle besetzt. Die rund 250 Besucher erlebten eine kämpferische Malu Dreyer. Viel Applaus gab es vor allem für die Ankündigung, sicherstellen zu wollen, dass das Land den Abriss der Hochstraße Nord und den Neubau der Stadtstraße finanziell unterstützt. "Das machen wir auf jeden Fall ", sagte die Ministerpräsidentin, die betonte, dass die SPD bereit sei, in der nächsten Legislaturperiode 500 Millionen Euro für die Infrastruktur bereitzustellen.

Dreyer warb für ihre Partei als Familienpartei: "Es wird weiter keine Kindergartengebühr und keine Hochschulgebühr geben." Außerdem sollen Handwerker, die ihren Meister machen wollen, künftig finanziell unterstützt werden. Dreyer sieht es als ungerecht an, dass an der Universität kostenlos ein Masterabschluss gemacht werden könne, der Meister im Beruf dagegen kostenpflichtig sei. Auch habe die SPD die Absicht, eine Betreuungsgarantie an den Grundschulen einzuführen und wolle den Ausbau der Ferienbetreuung für Schulkinder beschließen.

Um das Thema Flüchtlinge kam Dreyer nicht herum. Sie lobte: "Rheinland-Pfalz hat die Erstaufnahme gut im Griff. Auch in Ludwigshafen übernachtet kein Flüchtling in Zelten." Eine Bürgerwehr in den Städten wolle sie auf keinen Fall.

Dreyer lobte die beiden Ludwigshafener SPD-Kandidatinnen: "Ich habe Heike Scharfenberger und Anke Simon als sehr engagierte Politikerinnen erlebt." Beide hatten sich zuvor dem Saal vorgestellt. Sowohl Scharfenberger als auch Simon sind bereits im Landtag. Beide sind amtierende Ortsvorsteherinnen, Erstere in Ruchheim, Simon in Mundenheim. "Meine Eltern waren Sozialarbeiter. Ich habe so früh viele soziale Problemfälle am Esstisch mitbekommen", sagte Scharfenberger, die klar machte: Bei einer Wiederwahl wolle sie sich vor allem in der Sozialpolitik engagieren. Anke Simon, die lange Jahre bei der Sparkasse arbeitete und so "auch viel mit Leuten aller sozialen Schichten zusammenkam", sieht ihr Betätigungsfeld "in der Verbraucherpolitik und im Bereich Inneres". Dort werde nämlich über die Verkehrs-Infrastruktur entschieden. Elegant fand sie damit den Bogen zum Ludwigshafener Projekt Hochstraßenabriss.

(Mannheimer Morgen vom 15.02.2016)