Jusos begrüßen Gesetzesinitiative zur leichteren Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse

Bundespolitik

Die Jusos Ludwigshafen begrüßen die Gesetzesinitiative von Bundesbildungsministerin Anette Schavan, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen zu erleichtern, und fordern weitergehende Maßnahmen.

"Das Vorhaben der Bildungsministerin ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es gibt viele Fälle in denen eine Anerkennung der Abschlüsse aufgrund bürokratischer Hürden gescheitert ist, das gilt es zukünftig unbedingt zu verhindern. Darüber hinaus ist es wichtig die Verfahrenszeit für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse deutlich zu verkürzen", so SPD Stadtrat und Juso Selim Özkan. "Viele Universitäten aus nicht EU-Staaten bieten schon Studiengänge auf EU-Niveau an. Es ist ironisch, dass der Fachkräftemangel häufig von der Wirtschaft beklagt wird, mehrere hunderttausend Akademiker aber ihren Abschluss hier nicht anerkennen lassen können und deshalb beispielsweise als Taxifahrer arbeiten." Bislang ist es häufig so, dass ein ganzes Studium aus Nicht-EU-Ländern in Deutschland nur als Grundstudium anerkannt wird. Özkan fordert: "Wir brauchen effektivere und schnellere Maßnahmen, um die Abschlüsse dieser Menschen an die deutschen anzupassen und den Fachkräftemangel zu verringern."

Gleichzeitig betonen die Jusos, dass die Gesetzesinitiative nur ein erster Schritt sein kann, da der Entwurf etliche Berufe aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten von Bund und Ländern nicht einschließt. "Es ist sehr problematisch, dass für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Schul-, Hochschul- und Berufsabschlüssen unheimlich viele verschiedene Behörden zuständig sind und die Regelungen intransparent sind. Wir fordern hier eine Vereinfachung, indem eine zentrale Anlaufstelle geschaffen wird", so der Vorsitzende der Jusos David Schneider. "Da aber in vielen Berufen die Länder zuständig sind, müssen auch auf Landesebene vereinfachende Maßnahmen eingeführt werden." Von der geplanten Regelung werden viele Akademikerberufe nicht profitieren können. Auch eine zentrale Anlaufstelle ist ausdrücklich nicht geplant.

Die Jusos Ludwigshafen sehen solche und noch weitergehende Maßnahmen, neben verstärkten Investitionen in Bildung, als Mittel für die Integration, aber auch als Antwort auf den Fachkräftemangel. Aktuell verlassen mehr Menschen Deutschland, als umgekehrt nach Deutschland ziehen. "Der Gesetzesentwurf ist ein konstruktiver Vorschlag, um dem entgegenzuwirken. Horst Seehofer sollte sich hieran ein Beispiel nehmen und konstruktive Vorschläge machen, anstatt populistische Debatten anzustoßen, die keinem weiterhelfen", so Schneider abschließend.

 

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