Anwohner wünschen sich mehr Rücksicht

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West: Bei der Bürgersprechstunde können Anwesende loswerden, was sie ärgert oder bedrückt

Bei der vergangenen Bürgersprechstunde der Interessensgemeinschaft (IG) West unter dem Motto „Wo drückt der Schuh?“ kamen unter anderem Themen wie Sauberkeit zur Sprache. Außerdem diskutierten die Anwohner über den Ausgleichsbetrag für Wertsteigerung durch Sanierungsmaßnahmen.

„Wir wollen unseren Stadtteil nicht schlechter reden als er ist“, warnte Ortsvorsteher Antonio Priolo. Es brauche immer auch Zivilcourage. „Aber nicht zu viel Courage, man muss auch vorsichtig sei“, warnte er.

Wildes Parken, die Sauberkeit und Fahrradfahrer waren hauptsächlich Themen bei der Bürgerfragestunde in West. Eine Anwohnerin hatte sich beschwert, dass Fahrradfahrer entgegen der Fahrtrichtung und auch noch auf dem Bürgersteig unterwegs seien. Dass in dieser Sache bereits Kontrollen gelaufen seien, bestätigte der Ortsvorsteher. „Man kann natürlich nicht rund um die Uhr kontrollieren.“ Die Anwohnerin gab sich damit nicht so leicht zufrieden. „Ja muss ich denn akzeptieren, dass die mich auf dem Bürgersteig umfahren und ich auch noch Gewalt angedroht bekomme, wenn ich etwas sage.“ Der Ortsvorsteher will sich für noch mehr Kontrollen einsetzen, schien aber auch etwas ratlos wegen des Verhaltens so manches Radfahrers. Von noch mehr Schildern verspricht er sich auch keine Verbesserung.

Was in der Bürgerfragestunde klar wurde: Gegenseitige Rücksichtnahme und ein gutes soziales Miteinander lässt sich mittels Schilder und Kontrollen nur zu einem kleinen Teil verbessern. Da sind die Mütter, die ihre Zigarettenkippen auf den Spielplätzen in den Sand werfen, die Hundebesitzer, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge einfach liegenlassen, die Autofahrer, die die eigenen Stellplätze nicht nutzen und weiter auf der Straße oder gar vor Einfahrten parken.

Ein Anwesender war überzeugt, durch immerwährende Ansprache dieser Personen, eine Besserung herbei führen zu können. Er habe auch schon positive Erfahrungen gemacht, fügte er hinzu.

Karola Steinruck von der IG West meinte, die Sauberkeit auf den Spielplätzen habe sich gebessert, bekam aber für diese Aussage auch Widerspruch aus dem Publikum. Für spielende Kinder sollte doch am Nachmittag der Schulhof geöffnet werden, regte eine Bürgerin an, Antonio Priolo versprach, die Möglichkeiten abzuklären.

Eine andere Bürgerin bemängelte, die Sirenen bei der Sirenenprobe nicht gehört zu haben. „Obwohl wir extra das Radio ausgeschaltet und die Fenster geöffnet hatten. Ich fühle mich bei dem Gedanken nicht wohl, bei Gefahr nicht gewarnt werden zu können. Nicht jeder hat ein Smartphone, auf dem angeblich die Warnungen der Stadt ankommen. Schließlich leben wir in einer Chemiestadt, da sollte doch ein Sirenenalarm auch zu hören sein!“

Auch der vor Jahren angekündigte und von den Eigentümern zu zahlende Ausgleichsbetrag für die Wertsteigerung durch die Sanierungsmaßnahmen war Thema. Georg Heinrich von der Stadt aber räumte ein, dass die Ermittlung desselbigen sehr kompliziert sei und die Sanierung ohnehin nicht zu einer Wertsteigerung geführt habe, sondern eher den Verfall aufgehalten habe.

(Rheinpfalz vom 21.10.2015)

 

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